Ulrike Ruf

musik und theater

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Open Studios



Kulturakademie Tarabya - Istanbul



Sonic Portraits - Listening to Sounding Stories of Women

Im Rahmen der vier monatigen Tandemresidenz in der

Kulturakademie Tarabya

(Istanbul) von Februar bis Mai 2026 fand die erste Recherchephase des Artist Research und Klangkunst Projektes „Sonic Portraits - Listening to Sounding Stories of Women“ zusammen mit der Musikerin, Komponistin und Klangkünstlerin Fulya Uçanok statt.

Ausgehend von der Frage nach einem akustischen Äquivalent zum visuellen Fotoporträt stellen wir die Lebensgeschichten und den Klang der Stimmen von Frauen und weiblich gelesenen Personen aus Istanbul und Berlin ins Zentrum dieser Arbeit.
In einer Zeit zunehmender Regression feministischer Errungenschaften macht das Projekt weibliche Perspektiven erfahrbar, die als „Landkarte situierten Wissens“ in einer komplexen Soundinstallation zusammengeführt werden sollen.

Das Projekt transformiert das visuelle Medium des Fotoporträts in die Zeitspezifik von Klang. Dabei wird die Stimme nicht nur als Trägerin semantischer Inhalte begriffen, sondern in ihrer präverbalen, emotional-affektiven Dimension untersucht. Durch das „Nicht-Verstehen“ einer Sprache rücken musikalische Parameter und die leibliche Resonanzfähigkeit in den Fokus.

Das Projekt mündet 2028 in eine Soundinstallation in Istanbul und Berlin. Ziel ist es, Wahrnehmungsprozesse freizulegen, die sich im Beziehungsnetz zwischen den im Raum verorteten Stimmen, den aus den Stimmklängen komponierten musikalischen Texturen und dem Publikum verorten.


Präsentation bei den Open Studios

Im Rahmen der Open Studios der Kulturakademie Tarabya am 16. Mai 2026 präsentierten wir in einer Performance Auszüge aus der Recherche.
Stimmen der Istanbuler Frauen sowie Field Recordings von der Demonstration am Frauentag (8.3.2026) in Istanbul wurden über vier kleine Bluetooth Lautsprecher abgespielt und durch den Raum getragen (Sultans Kitchen), der gleichzeitig Ausstellungsraum war für die Präsentation der Arbeiten der Bildenden Künstlerin Sarah Szczesny. Durch das Übergeben, Abstellen, wieder in die Hand Nehmen und Weiterreichen im Publikum veränderten sich auf klanglich-räumlicher sowie auf körperlicher Ebene Perspektive und Bezug zwischen den Frauenstimmen, den Performerinnen und dem Publikum.
Im Verlauf wurden Plakate mit Zitaten der Istanbuler Frauen abwechselnd mit Zitaten bekannter Feministinnen präsentiert.

We begin with listening—
We sit with women’s stories:
with joy and grievance,
with memory and its consequences.

And in this staying-with, something shifts.
These voices do not simply pass through us-- They remain.

They settle into the body:
into the ways we hear, move, notice, and think.

They become our companions,
multiple presences that accompany us.

As the women’s movement reminds us—
echoing through marches and gatherings—
you will never walk alone.

Here we walk together —
each voice distinct, singular, its own,
and yet each voice walking with us,
becoming part of us,
reshaping how we listen, how we relate, learn
and become with one another.

What we will hear now
are not distant stories,
or voices that remain elsewhere.

They are here. With us. Walking.

Now, we invite you to listen, witness these stories,
think and feel together.

- Fulya Uçanok -



Gefördert durch: Auswärtiges Amt - Deutsche Botschaft Ankara, Goethe Institut
Fotos: Mete Kaan Özdilek